Worauf Bewerber achten sollten

Zunächst mal könnte man meinen, die digitale Bewerbung ist schlicht ein Medienwechsel. Statt Papier und Porto, pdf und email oder besser noch: Bewerberplattform des Zielunternehmens.

Aber es ist deutlich mehr. Denn Beliebigkeit ist wohl das Letzte, wie man als Bewerber rüber kommen möchte. Wenn ich beliebig Bewerbungen aussende, kommt das auf Unternehmensseite auch beliebig rüber. Jeder sollte sich darauf besinnen, worauf es ankommt. Nämlich, warum ich mich bei der Firma mich bewerbe.

Anhand der 4W-Formel gebe ich konkrete Lösungsansätze:

  • was > relevanter Nutzen
  • wer > Marke
  • wann > Zeitpunkt
  • warum > Begeisterung im Kundenfeedback

Und wenn du jetzt sagst: Oh, das klingt aber spannend, was kann ich denn konkret bei Dialego machen oder wofür kann ich mich bewerben, dann schau gerne auf unsere aktuellen Stellenausschreibungen.

———– Der Podcast zum lesen ———–

Episode 42 – Chancendenken – Bewerben im digitalen Zeitalter – 21.10.20, 10.27.mp3

[00:00:00] Heute geht es ums Bewerben im digitalen Zeitalter. Herzlich willkommen im Podcast Chancendenken, wie wir die Zukunft leben wollen. Das ist Episode 42 Bewerben im digitalen Zeitalter. Ich bin Andera Gadeib, Autorin, Digitalunternehmerin und Online-Enthusiastin. Meine Passion ist es, die Zukunft zu gestalten. Digital und analog. Immer für den Menschen. Wenn du auch Spaß daran hast und wissen willst, wie du das anpacken kannst, dann hör hier rein. Danke, dass du dir die Zeit nimmst. Los geht’s.

[00:00:48] Heute beschäftige ich mich mit dem Thema Bewerben im digitalen Zeitalter. Warum mache ich das im Podcast Chancendenken? Weil ich glaube, dass es da echt noch eine Menge Chancen gibt. Und weil es vielleicht ganz spannend ist, aus der Perspektive des Arbeitgebers einmal zu hören, worauf es eigentlich ankommt oder wonach ich beurteile, ob ich jemanden zum Gespräch einlade oder nicht. Und ich habe jetzt gerade so ein paar Erlebnisse gehabt, die letzten Tage und Wochen, wo ich dachte, die muss ich mal teilen.

[00:01:23] Wir sind ja digital unterwegs. Also ganz konkret meine Firma Dialego. Wir machen Online-Marktforschung schon seit 21 Jahren und das Digitale geht grad bei uns total durch die Decke. Das heißt, wir brauchen Leute. Also das Digitale damit meine ich: Wir machen alles digital, oder 98,5 Prozent unseres Geschäftes ist digital und wir haben eine Nachfrage wie nie. Jetzt so in Corona Zeiten.

[00:01:52] Also hab ich Stellen ausgeschrieben und habe auch Bewerbungen erhalten. Relativ schnell und daraus so ein bisschen meine Schlüsse gezogen, die ich gerne mit dir teilen möchte. Nämlich wie du dich im digitalen Zeitalter bewirbst.

[00:02:08] Und ich muss sagen, ich hab mich ganz schön gewundert über das, was hier ankommt. Da gibt es Briefe mit Bewerbungen, wo nur der Lebenslauf drin ist, noch nicht mal ein Anschreiben. Und ich hab mich dann gefragt: Naja, merkwürdig. Will ich mit so jemandem arbeiten? Und ja, die Menschen bewerben sich über eine digitale Plattform. Also auf der Website gibt’s ein super schlichtes Formular, wo ich meine Bewerbung hochladen kann. Und so mancher vergisst dann einfach, das zu individualisieren. Also da reinzuschreiben, warum er überhaupt bei mir arbeiten möchte. Und da muss ich echt sagen, diese Bewerbung, die guckt man sich kurz an und denkt: Nee, also wer jetzt noch nicht einmal Motivationsschreiben dabei hat, noch nicht einmal einen Satz, der hat sich einfach nicht genug Mühe gegeben.

[00:03:00] Aber ich dachte dann, ich fiesel das mal auf nach den vier Ws, nach den Erfolgsfaktoren, die wir gerne in Innovationsprojekten einsetzen. Und ich habe tatsächlich festgestellt, das passt ja auch auf das Thema Bewerben im digitalen Zeitalter. Weil die Frage natürlich ist: Wie gewinne ich denn den Job, den ich wirklich haben möchte. Und was muss ich dafür mitbringen? Weil aus der Perspektive des Bewerbers ist das vielleicht manchmal gar nicht so klar und vielleicht auch ein bisschen verwirrend, wenn man jetzt dann digital seine Unterlagen einreicht. Und das war vorher auch nicht anders. Da hat man es ausgedruckt und in Mappen irgendwie zuhauf in die Firmen geschickt.

[00:03:37] Heute läuft das alles digital. Das ist nicht viel anders, wie ich finde. Das ist einfach nur erst einmal der Medienwechsel. Und vielleicht wird gerade durch diesen Medienwechsel nochmal wichtiger, sich darauf zu besinnen, worum es denn eigentlich geht. Wenn ich mich auf eine Stelle bewerbe und die vier Ws – ihr kennt die vielleicht schon aus vorangegangenen Episoden -lauten so:

[00:04:00] 1. Das eine ist die Marke. Auch als Bewerber muss ich mir überlegen, wofür ich stehe. Was will ich rüberbringen? Was will ich ausdrücken? Wer bin ich? Und was ist wichtig zu übermitteln? Ich würde immer auf mich schauen und sehr reflektiert möglichst, nicht nur verkaufend. Also authentisch, wie auch Marken das machen, rüberbringen, wer ich bin und warum ich jetzt die Bewerbung hier einreiche.

[00:04:25] 2. Das ist auch direkt der zweite Punkt. Ihr wisst, der relevante Nutzen ist das, was ich mir auch bei Innovationen immer anschaue. Und wenn ich das jetzt auf den Bewerber übertrage oder die Bewerberin, dann erwarte ich, dass dort drin steht und mir übermittelt wird: Was bringe ich mit? Was ist mein Nutzen für die Firma? Und diese Frage muss ich mindestens beantworten, wenn ich mich irgendwo bewerbe und eine realistische Chance haben möchte. Und ich glaube, das wird manches Mal vergessen. Digital kann ich ja quasi beliebig meine Bewerbung einreichen. Das kommt aber leider auf Arbeitgeberseite, auf Unternehmensseite, auch ziemlich beliebig rüber. Also während ich mir für früher vielleicht noch überlegen musste, wofür investiere ich jetzt die 2 Euro Porto oder 3 Euro und das Papier und die Mühe das zu binden. Wenn ich das jetzt zehnfach, womöglich 50- oder 100-fach rausschicke, wird die Bewerbung nicht besser und wird ebenso oft abgesagt werden aus meiner Sicht.

[00:05:21] Den Nutzen muss übrigens, wenn ich jetzt einen Perspektivwechsel mache und aus Unternehmensperspektive überlege, muss ich das genauso bringen. Also ich muss sagen, was ist denn mein Nutzen als Unternehmen für den neuen Mitarbeiter? Und hier hab ich z.B. in der letzten Ausschreibung, die ich dann gemacht habe, hab ich auch mal explizit gesagt: Bei uns als kleinem oder mittelständischen Unternehmen, wählt nicht der Algorithmus aus sondern der Mensch. Also wir als Team gucken uns die Bewerbungen an, tauschen uns aus, inzwischen auch superschnell. Aber nicht irgendein Algorithmus, wo wir vorher sagen: muss mindestens 6 Monate im Ausland gewesen sein, Studiengang XY. Weil oftmals ist es die Kombi verschiedener Dinge, die hier reinspielen. Und das ist keine rein rationale, algorithmisch zu erklärende Regel, sondern da spielt viel mehr mit. Und bei mittelständischen Unternehmen ist das sicher noch so, bei kleinen Unternehmen. Da wählt nicht der Algorithmus aus.

[00:06:18] 3. Aber zurück in die Perspektive des des Bewerbers. Gehen wir weiter in die Frage Zeit. Zeit ist auch ein Erfolgsfaktor. Zu welchem Zeitpunkt bewerbe ich mich? Das hat einerseits etwas damit zu tun was bringe ich mit? Also, bin ich grade kurz fertig mit dem Studium und bewerbe mich auf meinen allerersten Job. Bringe ich schon mehr mit. Das kann ich natürlich supergut im Nutzenversprechen, also fürs Unternehmen verpacken. Aber auch der Zeitpunkt: gibt’s dort eine Stelle? Also hab ich vielleicht ein Unternehmen entdeckt, wo ich unbedingt arbeiten möchte. Und es gibt da gar keine Stelle gerade. Dann kann ich mich immer noch initiativ bewerben. Auch das finden wir immer wieder gut. Wir haben sogar Mitarbeiter, die haben sich hier dreimal beworben, weil sie unbedingt bei uns arbeiten wollten. Und die ersten zwei Male passte es einfach nicht, weil wir keine Stelle offen hatten, indem wir vielleicht sehr junge Kollegen gerade nicht einsetzen konnten. Und beim dritten Mal hat’s geklappt und wir sind beide total happy miteinander. Da ruhig initiativ bewerben und probieren und nicht enttäuscht sein, wenn es mal nicht klappt. Wieder aufstehen und weitermachen.

[00:07:21] Wenn es eine konkrete Stelle gibt, die ausgeschrieben ist, dann muss ich natürlich auf jeden Fall die Frage beantworten, warum ich passe. Die Mühe muss ich mir machen. Weil das zahlt sich aus. Aber wer das nicht macht, fällt gleich durchs Raster. Das ist dann einfach diese zehnfach, hundertfach gesehene Bewerbung. Ich muss sagen, ich spotte die inzwischen sehr schnell und die werden genauso schnell aussortiert. Mit beliebigem Allerlei kommt man heute nicht mehr durch. Kam man, glaub ich, in der Vergangenheit auch nicht durch. Aber das ist tatsächlich so ein bisschen das Digitale, glaube ich, die Vielfalt und die Einfachheit des Versendens, des Einreichens. Ich glaube, da sollten sich beide Seiten die Mühe machen, angemessen sowohl auszuschreiben, als auch sich zu bewerben.

[00:08:05] 4. Und der vierte Faktor ist die Begeisterung durch Kunden-Feedback. Wenn ich jetzt auf Produktinnovationen schaue beispielsweise. Das Gleiche kann ich mir aber auch bei einer Bewerbung sehr gut vorstellen und hab da auch direkt Bilder im Kopf. Das ist das, was hängenbleibt. Was einem vielleicht abends noch durch den Kopf geht, wenn man nachmittags eine Bewerbung gelesen hat. Was man mit den Kollegen teilt und worüber man sich unterhält, auch im Vorfeld, bevor man den Menschen getroffen hat, kennengelernt hat.

[00:08:32] Und da bleibt wirklich wenig, muss ich sagen, was da hängenbleibt. Eins, was mir jetzt in den Sinn kam, als ich über den Punkt nachgedacht habe, ist eine Bewerbung, die liegt schon bestimmt 15 Jahre zurück. Es ist richtig, richtig lange her. Ein Kollege, der sich beworben hatte und auf der ersten Seite war nicht ein klassisches Bewerbungsfoto, wo er bestmöglich im Fotostudio abgelichtet wurde, sondern sein Zieleinlauf beim New York Marathon. Und das hab ich wie heute vor Augen. Man erkannte ihn gar nicht richtig. Er hatte da nen Kringel drum gemacht, weil er lief da mit mehreren Leuten zusammen ein. Aber das war DER Erfolg, den er vermitteln wollte, was für ihn ein wichtiger Meilenstein war. Und er war im Sales bei uns, hatte sich beworben, und das war natürlich genau das. Als Vertriebskraft, genau das, was du dir wünschst von der Mentalität. Nämlich jemand, der sich durchbeißen kann, der das große Ziel hat und das dann auch mit dir verfolgt. Fand ich total beeindruckend und wir haben ihn auch genommen und auch viele Jahre sehr gut zusammengearbeitet. Das ist tatsächlich so ein begeisterndes Element gewesen, was bei mir hängengeblieben ist.

[00:09:39] Zusammenfassend möchte ich euch noch teilhaben lassen an einer Diskussion, die ich vor ein paar Tagen geführt habe, nämlich in einem Gremium im Advisory Board der RWTH Business School, wo ich bin. Also die Fakultät der Wirtschaftswissenschaften, wo wir uns regelmäßig austauschen. Was müssen denn Absolventen der Wirtschaftswissenschaften mitbringen, um genommen zu werden? Und wir sitzen da mit ganz vielen verschiedenen Disziplinen. Und dann sagte ein Vorstandsvorsitzender eines größeren Unternehmens. Wo ich mal sagen würde, da wollen wirklich viele gerne arbeiten. Und er sagte, gerade in Corona hätte er noch einmal mehr gemerkt, wie sehr er die Menschen braucht, die vorangehen. Die wirklich mutig auch etwas ausprobieren. Weil man da nicht ständig um Genehmigung bitten kann. Er hätte lieber die, die hinterher um Verzeihung bitten, falls sie was gemacht haben, was dann schiefgegangen ist. Aber die trauen sich was.

[00:10:33] Und ich dachte so, das ist mal ein schönes Bild. Nicht die gleichförmigen Ja-Sager im Unternehmen. Sind auch in Großkonzernen nicht mehr gefragt, sondern diejenigen, die mutig vorangehen. Und das ist für mich die Chance zusammengefasst, die ich sehe und deswegen im Chancendenken-Podcast.

[00:10:52] Zum Thema Bewerbungen: Sei mutig, gehe auch hier raus aus deiner Komfortzone. Nimm nicht eine Vorlage, die du schon die letzten Jahre verwendet hast, wenn du schon länger im Arbeitsmarkt bist und dich neu orientieren willst. Ich glaube, da kann ich auch nochmal drüber sprechen, dass die Märkte sich ja wesentlich verändern, gerade durch die durch die aktuellen Entwicklungen. Und dass es hier umso wichtiger sein wird, sich selbst zu positionieren und rauszugehen aus der Komfortzone. Und liefere nicht den Einheitsbrei, sondern überleg dir, wofür du stehst und was deine vier Ws sind wenn du dich bewirbst.

[00:11:25] Ich freue mich sehr, wenn du das ausprobierst. Ich danke dir aber erstmal, dass du dir die Zeit genommen hast und freue mich, wenn du auch nächste Woche dabei bist. Wenn das für dich eine Chance ist, dann leg einfach los. Die nächste Bewerbung. Vielleicht hast du sie auch noch in der Schublade und es steht gar nicht aktuell an. Dann hol sie dir raus aus der digitalen Schublade. Schau sie dir an, vielleicht fällt dir direkt was ein, was du anders machen kannst.

[00:11:48] Ich freue mich, von dir zu hören, was du probiert hast und wie es gelungen ist. Und wir hören uns in Kürze wieder in diesem Podcast. Bis dahin Tschüss

Werde Chancendenker

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