2030 ohne Bargeld?

Als irgendwann im letzten Jahr 2019 die große Welle kam und es hieß, wir werden demnächst alle digital bezahlen, im Sinne von mit dem mobilen Telefon bezahlen, dachte ich: das glaub ich nicht, weiß ich noch nicht so genau, ob das jetzt wirklich passieren wird. Wir haben ja alle die Karte in der Hand. Bei uns in der Region, in Deutschland ist sogar Bargeld noch sehr beliebt. Da gibt es andere Länder, die sind da schon weit weg und schon digitaler unterwegs. Ich weiß, als ich in den USA gelebt habe, das erste Mal war 1989, also schon lange her. Das zweite Mal 96, da wurde schon über eine Kreditkarte bezahlt und hier nicht. Heute würde ich sagen, im Jahr 2020 ist hier EC-Karte oder Kreditkarte schon auch sehr geläufig. Ich kann auch mal Zahlen dazu rausziehen. Die setze ich in die Shownotes. Wo wir da stehen. Aber ich würde mal sagen Mit der Karte bezahlen tut inzwischen fast jedermann. Die Frage ist ja jetzt: Wenn das aufs Handy übertragen wird, also nicht mehr die Karte aus dem Portemonnaie ziehen – erst mal Portemonnaie aus der Tasche – sondern das Handy als Bezahlmittel im Supermarkt oder auch am Kiosk. Wird das funktionieren?

Hier eine Statistik zum bargeldlosen Zahlungsverkehr aus dem Jahr 2017/2018: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/172611/umfrage/verteilung-der-bargeldlosen-zahlungsverfahren-nach-transaktionzahl/

Lastschriften sind deutlich die beliebteste Form in Deutschland bargeldlos zu bezahlen. Und auch die ec-Karte als Debitkarte (also quasi Karte mit Guthaben) liegt noch deutlich vor der Kreditkarte. Aber auch die Debitkarten sind im Mobilen Bezahlen einsetzbar.

Und die Prognose für das digitale Bezahlen, ebenfalls von Statista:
Sept 2019: Wie viele Menschen nutzen das mobile Bezahlen? 2,6 %
Prognose 2023: 3,8 %

Nutzerpenetration digitales Bezahlen ist schon Standard. Heute 90 % Durchdringung, wächst auf 95 % im Jahr 2023 lt. Vorhersage.

———– Der Podcast als Transkript ———–

Episode 4 – Chancendenken – Digital bezahlen – 15.01.20, 08.55.mp3

[00:00:00] Heute geht’s im vierten Podcast in Folge um das digitale Bezahlen oder auch mobile Bezahlen im Laden. Herzlich willkommen im Podcast Chancendenken, wie wir in der digitalen Welt leben wollen. Ich bin an Andera Gadeib, Autorin, Digitalunternehmerin und Online-Enthusiastin. Meine Passion ist es, die Zukunft zu gestalten, und zwar digital wie analog. Dabei ist mir immer der Mensch wichtig im Mittelpunkt. Und wenn du auch Freude daran hast oder es ebenso wichtig findest und wissen willst, wie du das anpacken kannst, dann hör hier rein. Danke, dass du dir die Zeit nimmst. Los geht’s.

[00:01:03] Als irgendwann im letzten Jahr 2019 die große Welle kam und es hieß, wir werden demnächst alle digital bezahlen, im Sinne von mit dem mobilen Telefon bezahlen, dachte ich: das glaub ich nicht, weiß ich noch nicht so genau, ob das jetzt wirklich passieren wird. Wir haben ja alle die Karte in der Hand. Bei uns in der Region, in Deutschland ist sogar Bargeld noch sehr beliebt. Da gibt es andere Länder, die sind da schon weit weg und schon digitaler unterwegs. Ich weiß, als ich in den USA gelebt habe, das erste Mal war 1989, also schon lange her. Das zweite Mal 96, da wurde schon über eine Kreditkarte bezahlt und hier nicht. Heute würde ich sagen, im Jahr 2020 ist hier EC-Karte oder Kreditkarte schon auch sehr geläufig. Ich kann auch mal Zahlen dazu rausziehen. Die setze ich in die Shownotes. Wo wir da stehen. Aber ich würde mal sagen Mit der Karte bezahlen tut inzwischen fast jedermann. Die Frage ist ja jetzt: Wenn das aufs Handy übertragen wird, also nicht mehr die Karte aus dem Portemonnaie ziehen – erst mal Portemonnaie aus der Tasche – sondern das Handy als Bezahlmittel im Supermarkt oder auch am Kiosk. Wird das funktionieren?

[00:02:28] Wie gesagt, ich war erst skeptisch. Und als dann die ersten Banken ankündigten, dass sie das jetzt einführen, hab ich eigentlich nur darauf gewartet, dass meine Bank das auch tut. Hat ein bisschen gedauert. Ich persönlich bin bei der DKB, das ist eine reine Online-Bank, sitzt relativ weit weg von mir. Hat keine Filialen hier in Aachen, kommt aus Potsdam, Berliner Raum, und ich bin auch sehr zufrieden, ohne jetzt hier Werbung machen zu wollen. Aber wer sich die mal angucken will, kann das tun. Wenn ihr ein bisschen sucht, findet ihr, dass sie gerade Anfang dieser Woche mal eine ganze Zeit lang down waren, also wirklich nicht erreichbar. Da gab es wohl einen heftigeren Angriff auf einen Server-Betreiber. Soviel zur digitalen Welt. Das fand ich ziemlich doof. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dafür konnten die jetzt in dem Fall nichts und ich bleib da.

[00:03:20] Aber darüber wollte ich gar nicht sprechen. Ich habe also gewartet, bis meine Bank dann auch das digitale oder mobile Bezahlen angeboten hat und hab’s dann eingerichtet – eigentlich mehr oder weniger sobald es da war. Ich bin so ein bisschen in der Apple Welt zu Hause. Auch wenn du in der Microsoft oder Android Welt zuhause bist, macht es keinen Unterschied. Es gibt ja auch Google Play und neben Apple Pay sozusagen die zwei großen Welten. Vielleicht hast du das auch schon bei dir auf dem Handy. Ich hab mir dazu mal Zahlen angeschaut. Ich gucke dann immer auf Statista. Das ist eine tolle Plattform, wo ganz viele Forschungsdaten zusammengetragen sind, und hab mir dort mal die Zahlen angesehen. Kleine Zwischennotiz: Da gibts auch immer mal wieder mal Zahlen von unseren Studien (von Dialego). Was mich total freut. Aber der ganz, ganz große Teil sind natürlich Daten von überall. Statista sagt im September 2019 zu der Frage “Wie viele Menschen nutzen eigentlich schon das mobile Bezahlen fürs Jahr 2019?” Gerade mal unter drei Prozent, also 2,6 Prozent. Da gehöre ich quasi noch zu den Vorreitern. Das Interessante ist, dass Sie auch in 4 Jahren – hier gibt’s eine Vorhersage ins Jahr 2023 – auch nur 3,2 Prozent vorhersagen. Das wundert mich ehrlich gesagt ein wenig. Gleichzeitig ist die Nutzerpenetration, wie sie das nennen, im digitalen Bezahlen, beim Online-Shopping beispielsweise – wenn wir jetzt bei unserem Lieblingsladen online etwas kaufen – dann ist das digitale Bezahlen dort der Standard quasi. Da sind wir heute schon bei 90 Prozent und da wird es nochmal ein bisschen wachsen auf 95 Prozent, so die Vorhersage. Also die ganz seltenen Fälle sind die, wo vielleicht eine Rechnung geschickt wird. Das Mobile Payment wie das mobile POS-Payment, also mobiles Bezahlen am POS (das ist Point of Sale, das heißt der Supermarkt, der Ort, wo du kaufst), der soll nach dieser Statistik hier gering bleiben.

[00:05:36] Ihr habt jetzt in den ersten Podcasts, schon ein wenig gelernt darüber, was mich so antreibt und was meine Mission ist, nämlich mit digitalen Mitteln die Menschen verstehen, den Kunden verstehen. Das ist mein Tagesgeschäft, das was mein Unternehmen Dialego macht und mich persönlich auch total antreibt. Ich mir die Frage gestellt: Wie wird sich das wohl entwickeln? Oder: Warum stehen wir heute da, wo wir stehen, nämlich dass wir noch nicht selbstverständlich das Handy aus der Tasche ziehen und an das Lesegerät halten und damit bezahlen? Ich hab dann tatsächlich, die App installiert und die mobile Wallet, wie das hier in dem Apple Ökosystem heißt, also die mobile Geldbörse. Dann hat es aber tatsächlich erst mal ein paar Wochen geschlummert, und ich habe nicht wirklich eingesetzt. Ganz ehrlich: Wenn ich dann am Supermarkt an der Kasse stehe, und da steht schon die Schlange hinter mir, da will ich den Leuten hinter mir eigentlich auch nicht zumuten, dass die jetzt hier grad mein digitales Experimentierfeld ertragen müssen.

[00:06:38] Denn ich wusste gar nicht so richtig, wie es funktioniert. Und dementsprechend hat es tatsächlich ein paar Wochen gedauert, bis ich es dann ausprobiert habe. Und das ist noch gar nicht lange her. Ende letzten Jahres habe ich einmal angefangen, das in Momenten, wo keine lange Schlange hinter mir war, einfach mal das Handy zu zücken, zu sagen “Ich zahle im Handy”. Und in der Tat: Es funktioniert fast überall. Technisch ist es eigentlich so, dass wir hier mit einer “Near Field” Kommunikation (NFC), eigentlich der gleiche Chip, den wir in ec- oder Kreditkarten haben, kommuniziert in der gleichen Art und Weise, wie unser Handy jetzt mit den Kartenlesegerät kommuniziert. Und wenn dort ein Lesegerät ist, was heute schon kontaktlos funktioniert, also du deine Karte nicht rein steckst in den Schlitz, so wie früher, sondern einfach dran hältst, dann kann das genauso gut auch das Handy. Und ich bin total begeistert. Und dann hab ich mich, hab ich mal so selbst hinterfragt. Warum bin ich so begeistert? Ich war jetzt gerade Ende des Jahres in Dubai mit der ganzen Familie und im Ausland zahlt man eh naturgemäß noch mehr mit Karte. Eigentlich hebe ich kaum noch Geld ab am Automaten, wenn ich unterwegs bin in einem fremden Land. Und hab dann da das Handy eingesetzt. Und es ging tatsächlich. 10 Tage lang hatte ich kein Problem. Ich konnte alles, auch den kleinsten Betrag, mit dem Handy bezahlen. Lustigerweise war es erst am Flughafen hinterher beim Abflug der Duty Free Shop, also der, der wirklich internationales Publikum hat: Der hatte noch alte Technologie.

[00:08:06] Wenn ich dann hinterfrage, warum fasziniert mich das so? Und warum glaube ich, dass das Potenzial deutlich größer ist und vielleicht “nur” die Hürde ist, dass man mal über den Schatten springen muss und mit dem Handy bezahlt und es ein erstes Mal ausprobiert, aber schon eine Hürde sein kann. Da will ich auch hier die 4 Ws durchgehen, die du aus der letzten Folge kennst. In der dritten Episode hab ich davon gesprochen, was die Erfolgsfaktoren für Innovationen sind. Und als erstes ist das der relevante Nutzen. Der relevante Nutzen ist aus meiner Sicht hier totale Bequemlichkeit und auch ein nahtloses integrieren und noch viel nahtloseres Integrieren der Bezahlung in unseren Alltag. Denn das Handy hab ich eigentlich immer in der Hand. Ich habe es irgendwie in der Tasche griffbereit und das Handy rauszuholen im Gegensatz zum Portmonnaie. Das ist bei mir schon nur noch ein ganz kleines mit ganz wenigen Karten drin. Aber das ist deutlich leichter. Wie funktioniert dieses digitale Bezahlen? Ich halte das Handy an das Lesegerät, das erkennt, dass ich bezahlen will und dann muss ich mich eigentlich nur noch authentifizieren. Mit meinem Handy funktioniert es per Gesichtserkennung. Manche haben Fingerprint, andere noch ein PIN Passwort. Aber das sind super wenige Handgriffe, und das ist tatsächlich sehr elegant.

[00:09:22] So elegant, dass ich meistens die Verkäuferin auch damit überraschen kann, wie einfach es geht. Vor allem in den Läden. Das habe ich heute Morgen noch gehabt, beim Friseur. Sie sagte “Ich weiß nicht, ob das geht”. Aber das Gerät hat gesagt kontaktloses Bezahlen geht und habe dann, zack, das Handy dran, wieder in die Tasche. Und sie hatte Ihren Beleg, dass ich tatsächlich bezahlt habe. Das ist schon cool. Relevanter Nutzen? Es ist super einfach und integriert sich nahtlos. Es funktioniert eigentlich immer. Und du musst noch nicht mal mehr die PIN (mit Fingerprint und Gesichtserkennung ;)) eingeben. Es sind wirklich viel weniger Handgriffe. Wenn man es durchzählt, ist es wahrscheinlich Faktor vier bis fünf, würd ich mal sagen. Und das bedeutet natürlich schon was. Das ist sehr wertvoll.

[00:10:07] Dann der zweite Faktor: Marke. Markenpassung ist der zweite Erfolgsfaktor. Ich bin bei Apple. Ich vertraue auch Apple vielmehr meine Daten an. Ich bin fest davon überzeugt, dass Marken hier auch noch eine deutlich stärkere Bedeutung bekommen werden in der Zukunft. Das ist sehr individuell, keine Frage. Wir sind Menschen, wir sind alle unterschiedlich. Das soll auch bitte so bleiben. Ich glaube, dass Märkte und Erfolg von Märkten oder auch von Marken sehr davon abhängen wird, wie sie mit Daten umgehen. Und Finanzdaten sind da auch ziemlich brisante Daten. Ein dritter Faktor ist der Faktor Zeit, nämlich die Frage: Wann funktioniert ein solcher Service gut? Ich glaube, zum Zeitpunkt der Handy Einführung vor gar nicht so vielen Jahren 2007, also vor 12, 13 Jahren, wäre das nicht sofort gegangen. Jetzt 12, 13 Jahre später, ist sicher ein guter Zeitpunkt. Aber wenn ich mir hier die Forecasts ansehe, die Vorhersagen, wie lange es dauern wird, dass das hier substanziell auch genutzt wird, da bin ich schon erstaunt, wie verhalten die sind. Da wäre ich optimistischer. Da bin ich sehr gespannt, wo sich das hin entwickeln wird.

[00:11:17] Ich bin ganz gespannt, ob du auch digital bezahlst oder mit einem Handy bezahlst, und freue mich sehr über einen Austausch dazu. Erzähl doch mal, wie wie du es hältst oder was dich auch davon abhält. Das fände ich super interessant. Ansonsten bleibt mir nur, dir mitzugeben, dass es auch mal probieren kannst. Wenn du neugierig bist, mach es einfach mal, vielleicht genauso wie ich, wenn nicht gerade die Riesenschlange hinter dir ist. Und du denkst: Welchen Knopf muss ich jetzt zuerst drücken? Das ist super einfach. Aber wie alles, was man mal ein bisschen ausprobiert hat, das geht einem auch leichter von der Hand. Dann danke ich dir, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich freue mich, wenn du auch nächste Woche wieder dabei bist. Einfach mal machen. Und wenn ich das Thema mehr interessiert, liest gern mein Buch. Die Zukunft ist menschlich, heißt es es überall, wo es Bücher gibt.

[00:12:02] Und ansonsten freue ich mich, wenn du meinen Podcast deinen Freunden empfiehlst und mir eine Bewertung hinterlässt. Vielen Dank und einen schönen Tag.

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