Wie wir in der Stadt der Zukunft leben wollen – Ergebnisse eines Bürgermeisterworkshops

Eine kurze Erklärung zur Methode des World Café findest Du auf Wikipedia. Probier es einfach mal aus. Wir haben inzwischen ein paar Kniffe mit denen diese Methode einfach ein Riesenspass ist.

Wenn Dich die Methode des Spieltisches interessiert, mit dem wir zukünftige Städte planen, dann schau Dich am besten direkt bei ReVRT um. Der Tisch ist eine Erfindung meines Mannes, inspiriert durch das City Science Projekts des MIT in Boston 🙂

In meinem Blogbeitrag für Dialego findest Du die versprochenen Sketchnotes aus dem Bürgermeisterworkshop im Oktober 2019 in Dortmund.

Mein Buch “Die Zukunft ist menschlich” erzählt noch mehr zur Stadt der Zukunft.

Auf der Seite anderagadeib.de findest Du mehr zu meinen Projekten und kannst Dich in den Newsletter eintragen.

———– Der Podcast als Transkript ———–

Episode 23 – Chancendenken – Stadt der Zukunft – 25.05.20, 18.38.mp3

[00:00:00] Heute geht es um die Stadt der Zukunft. Herzlich willkommen im Podcast Chancendenken, wie wir die Zukunft leben wollen. Das ist Episode 23, die Stadt der Zukunft. Ich bin Andera Gadeib, Autorin, Digitalunternehmerin und Online-Enthusiastin. Meine Passion ist es, die Zukunft zu gestalten, digital und analog, immer für den Menschen. Wenn du auch Spaß daran hast und wissen willst, wie du das anpacken kannst, dann hör hier rein. Danke, dass du dir die Zeit nimmst. Los geht’s.

[00:00:56] Heute spreche ich über die Stadt der Zukunft. Warum? Weil ich vor einigen Wochen einen super spannenden Workshop mit moderiert habe. Und da haben wir mit 22 Bürgermeistern gearbeitet aus ganz Nordrhein-Westfalen und haben die Vision für die Stadt der Zukunft gestaltet. Was meine ich mit Stadt der Zukunft? In dem Fall ging es ganz konkret um die Smart City, also die digitalisierte Stadt der Zukunft. Warum rede ich darüber im Chancendenker Podcast? Weil ich glaube, dass wir eine Menge Chancen haben, wenn es um Digitalisierung und Städte, also unseren Lebensraum, geht. Sei es, dass du jetzt wirklich mitten in einem urbanen Ballungszentrum lebst oder auf dem Land. Die Frage ist ja: Wie werden sich Städte in der Zukunft gestalten? Wie werden sie sich wandeln? Und was davon ist eigentlich genau für den Menschen? Was sind die Chancen für uns Menschen, zukünftig einen noch besseren Lebensraum, ein noch besseres Lebensumfeld zu haben? Das Ganze war ein World Café.

[00:02:13] Die Methode kennst du vielleicht. Es ist ein schönes Workshop Format, ich mag das sehr gerne. Da sitzt man mit einigen Menschen, typischerweise so 8 bis 10 oder auch ein paar mehr, an einem Tisch, und man hat verschiedene Tische. Oftmals Themen Tische und wechselt dann durch nach einiger Zeit, sodass jedermann an jedem Thema oder an verschiedenen Themen gearbeitet hat. Ich gehe nicht tiefer drauf ein, aber wenn dich die World Café Methode interessiert und du kennst sie noch nicht, dann google sie gerne mal. Ich legte auch einen Link zu einer Erklärung in die Shownotes rein. Auf jeden Fall haben wir mit 22 Bürgermeistern, also den höchsten Entscheidern der Stadt gearbeitet. Mit “Wir” meine ich eine kleine Gruppe. Wir waren zu dritt, Professor Björn Niehaves aus Siegen, der sich mit Smart Cities ausführlicher beschäftigt, und Bettina Horster, auch Digitalunternehmerin im Bereich Gesundheit und Senioren. Und warum haben wir das gemacht? Wir sind gemeinsam Beiratsmitglieder im NRW Wirtschaftsministerium, Digital- und Wirtschaftsministerium bei Minister Pinkwart und haben das Thema Smart City dort auf die Agenda gesetzt und durften dann entsprechend auch handeln.

[00:03:28] Wir haben Bürgermeister eingeladen und mit ihnen gearbeitet, einen ganzen Nachmittag lang. Was ist dabei herausgekommen? Zum einen verschiedene Themen, die wir aufgezeichnet haben als Smart City Vision 2030. Die Themen sind klassischerweise Mobilität. Das haben wir immer. Es ist quasi gesetzt. An Mobilität muss sich was ändern. Ich denke durch Corona noch mehr. Wenn die Menschen noch weniger gemeinsame Mobilität, also gemeinsam im Bus oder Zug sitzen, wünschen und mehr auf dem Rad oder womöglich sogar alleine im Auto fahren möchten, wird das eine noch spannendere Herausforderung. Aber auch so etwas wie Gesundheit, Einzelhandel sind Klassiker. Für die Städte, die am Wasser liegen ist Hochwasserschutz ein Thema. Oder auch Sicherheit für die Menschen. Und was ich besonders schön fand, ist Teilhabe. Gesellschaftliche Teilhabe wurde als Thema notiert.

[00:04:24] Wo wollen wir hin? Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen. Es alles Ergebnisse aus dem Workshop – könnte genauso auch von mir kommen ;). Aber es war tatsächlich ein gemeinsamer Konsens. Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen.

[00:04:36] Wir wollen lebenswerte Städte, und der Mensch soll selber Entscheidungen treffen können. Wir wollen ihn in die Lage versetzen, selbst Entscheidungen zu treffen. Es soll gerechter werden, was ich auch sehr schön fand. Die Menschen sollen mehr zueinanderfinden, und das Ziel ist auch, mehr Begegnungsraum zu schaffen, mehr Gemeinschaftsraum. Eine Aussage war auch: “Die Straßen sollen leerer sein”. Als ich nachgefragt habe, was damit genau gemeint ist, war es wirklich das Bild: nicht ein Auto dicht an das andere, sondern mehr Raum, leerere Straßen mit Platz für Fußgänger, für Radfahrer. Einfach mehr Raum für den Menschen, weniger Blech auf den Straßen.

[00:05:18] Wir haben gemeinsam daran gearbeitet. Wir reden ja über Smart City, also die digitalisierte Stadt und die Chancen der Digitalisierung. Die Smart City der Zukunft. Was brauchen wir dafür? Das eine sind mehr Daten, mehr Daten in Echtzeit. Bei dem Wunsch sage dann immer direkt. Ja, aber, mit dem Menschen im Mittelpunkt. Lasst uns nicht über den Menschen entscheiden, sondern die Frage ist ja: Was nutzt es den Menschen dann, wenn ich die Daten sammle? Es wurde auch gesagt: Informationen mit Relevanz sind das Thema. Welche Daten sind besonders relevant?

[00:05:56] Da kommt Sensorik wieder neu ins Spiel. Sensorik wird immer mehr eingesetzt, zum Beispiel um Verkehrsfluss zu messen. So können Sensoren an Ampeln oben hängen, und man kann automatisch messen, wie viele Autos, wie viele Busse, wie viele Räder sind da jetzt durchgefahren. Und es sind nicht mehr die Menschen, die sonst so früher immer am Straßeneck saßen und Strichlisten geführt haben. Die Frage ist: Kann man den ÖPNV auch verknüpfen mit Prognosedaten. Und beispielsweise den Bus morgens ein Stück früher losfahren lassen wenn ich aus der Prognose weiß, dass bei schlechtem Wetter und Ferienanfang beispielsweise alles etwas dichter ist auf den Straßen. Ich erhalte also auch einen besseren Service dadurch, dass die Daten mir bei der Planung helfen und vielleicht aus den Daten heraus Empfehlungen kommen, sodass der Busverkehr, der ÖPNV, flüssiger läuft.

[00:06:47] Gesundheitsversorgung war auch ein Thema. Wie wäre es eigentlich, wenn die Gesundheitsversorgung digital zu mir ins Wohnzimmer kommt? Ich glaube, das wird jetzt durch Corona tatsächlich realer. Vorher war es nicht erlaubt, dass Video- Sprechstunden stattfinden. Und jetzt geht das. Möglicherweise bekommt das einen einen großen Schub.

[00:07:11] Aber auch etwas wie politische Teilhabe, was ich auch sehr schön finde. Wie kann der Mensch politisch mehr teilhaben an der Entwicklung seiner Stadt, an Entscheidungen, die getroffen werden für ihn? Wie kann er mit entscheiden und viel mehr Teil seiner Stadt sein?

[00:07:32] Wenn wir noch einmal auf Mobilität gehen, hatten wir die Verminderung des Individualverkehrs auf der Agenda. Der Workshop fand Ende Oktober statt. Das ist jetzt schon fünf, sechs Monate her. Da war Corona noch nicht in Sicht. Zum Tag heute, glaube ich wird das tatsächlich die besondere Herausforderung werden. Aber auch so etwas wie mehr Gemeinschaft ist Thema. Könnte es nicht nur Co-Working geben, Arbeitsstätten, die man sich teilt, was ja immer mehr hoch poppt, wo ich auch gespannt bin, wie sich das entwickeln wird in der Zukunft. Aber vielleicht auch mehr Co-Living, vielleicht auch Co-Driving. Also gemeinsam fahren. Bei uns – ich wohne ein bisschen ländlich außerhalb der Stadt – da gibt’s Mitfahrbänke. Ganz nette blaue Bänke. Es gibt oft Schilder gleich daneben, die kann man umklappen, wo man hin möchte. Also in die Stadt rein oder ins nächste Dorf. So hat man sein individuelles Schild. Was sonst am Bus vorne hängt, hängt dann an mir oder neben mir.

[00:08:34] Ein weiteres schönes Themen aus dem Workshop war, dass es eine neue Architektur braucht und digital tatsächlich eine neue Architektur ermöglicht. Es sprach jemand aus Düsseldorf, die das Ziel haben, ihre Bibliothek rund um die Uhr zu öffnen, auch Samstag, Sonntag. Und natürlich wäre es schwer, das Team jetzt einfach auch die Nacht durcharbeiten zu lassen oder am Wochenende. Aber Sensoren können das ermöglichen, dass vielleicht eine Bibliothek geöffnet hat, ohne dass ein Mensch “Dienst schieben” muss. Oder vielleicht nur noch einer und nicht die fünf, die sonst den ganzen Tag über da sind oder sogar noch mehr. Also neue Architektur.

[00:09:12] Wie werden wir Häuser bauen, die den Menschen gerechter werden und noch digitaler sind, smarter sind, als sie es heute sind? Smart Home kann schon einiges. Aber ich denke, wir reden hier darüber: Was wird die nächsten zehn Jahre noch möglich sein? Quartiersentwicklung kann auch eine Teilhabe sein. So dass man Quartiere gemeinsam mit den Menschen entwickelt, dies war ebenfalls eine Zielsetzung.

[00:09:37] Den letzten Punkt, den ich jetzt hier noch auf dem Zettel habe, ist die Stadt als Labor. Das ist etwas, das beschäftigt mich tatsächlich sehr. Wir sind gerade dabei, zwei große Labore in Münster und in Aachen vorzubereiten. Bürgerlabore. Wo der Bürger Teil ist an der Gestaltung seiner Stadt. Wir nutzen dazu auch einen speziellen Planungstisch, den wir entworfen haben in den letzten Monaten. Ich setze den Link auch mal in die Shownotes. Wir nennen das “Real Virtual Reality”, weil es quasi das Gegenteil von virtueller Realität ist. Ich glaube, dass die reine digitale, reine virtualisierte Realität noch nicht den Menschen ausreichend erreicht. Ich glaube, dass man das gut kombinieren muss, und so haben wir einen Spieltisch und Spielsteine. Dann wird eine Stadt eingeblendet, auf einem Display drunter. Und auf dieser Stadt kann ich quasi spielen. Ich kann die Zukunft mit den eigenen Händen gestalten. Das ist was, da habe ich großen Spaß dran und glaube auch, dass das Zukunft hat. Ich werde euch sicher öfters davon erzählen, wie wir hier in der Lage waren, Städte wirklich mit dem Menschen gemeinsam zu gestalten. Und da die Chancen richtig in die Hand zu nehmen, den Menschen mitzunehmen und seine Stadt zu gestalten.

[00:10:57] Das war’s für heute auch schon. Ich setze auch gerne meine visuellen Notizen in die Shownotes. Hier seht ihr im Überblick, was im Bürgermeister-Workshop rauskam. Ich danke dir für heute, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich freue mich, wenn du auch nächste Woche Mittwoch wieder dabei bist. Und wenn da jetzt eine Chance für dich dabei war, was du spannend fandest, dann leg einfach los, mach doch einfach mal. Ich freue mich von jetzt zu hören, ob du etwas probiert hast, was und wie es gelungen ist, wenn ich das Thema interessiert. Smart City ist auch Thema im Buch. Das bekommst du beim Buchhändler deines Vertrauens oder auch auf meiner Seite. Ich freue mich sehr über deine Bewertung. Und wenn du Freunden vom Podcast erzählst Vielen Dank und bis bald.

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