Wie wir zutiefst menschliche Fähigkeiten trainieren

Im zweiten Teil unseres Gespräches reden wir über

  • das richtige Maß an Social Media. Schön finde ich das Bild von Anita:
    “Es ist als würde einer einen Eimer auf einem auskippen”
  • was braucht es eigentlich heute für ein eigenes Magazin?
  • der Long Tail Effekt führt zu immer weniger Verkäufen der großen Magazine und mehr Auswahl für den Kunden
  • warum die Bildung der Zukunft neben Digitalkompetenzen auch Sozialkompetenzen braucht
  • wir die zutiefst menschlichen Fähigkeiten trainieren
  • welchen Beitrag die Feuerwehr Aachen in Coronazeiten dazu geleistet hat
  • und was der Arbeitnehmer der Zukunft mitbringen muss
  • der Takt des Digitalen bietet das Risiko sich zu verlieren und wie man dies verhindert

Das maaS-Magazin findet ich im gut sortieren Zeitschriftenhandel oder auf der Magazin-Website
Mehr Infos zu Anitas Naturcoaching gibt´s auf der extra Seite

Über
Anita Maas ist Herausgeberin des maaS Magazins, einem Themenmagazin für Sinnsucher, und Natur-Coach. Sie begleitet Menschen in der Natur und unterstützt sie mit Ritualen und schamanischen Methoden dabei, die innere Stimme zu hören und Antworten für den nächsten Schritt zu einem glücklichen Leben zu finden. In dem Kalenderjournal „Walk in Beauty“ hat sie wertvolle Coaching-Tipps passend zu den Jahreszeiten zusammengestellt, damit dich in 2021 Schönheit umgibt, wohin du auch gehst.

Wer Lust auf die Superkräfte hat, der geht hier direkt zum Superkräftekurs

———– Der Podcast zum lesen ———–

Episode 36 – Chancendenken – Interview Anita Maas – Persönlicher Kompass statt Hamsterrad 27.08.20, 12.47.mp3

[00:00:00] Heute hört ihr den zweiten Teil des Interviews mit Anita Maas. Herzlich willkommen im Podcast Chancendenken, wie wir die Zukunft leben wollen. Das ist Episode 36, der zweite Teil des Interviews mit Anita Maas. Ich bin Andera Gadeib, Autorin, Digitalunternehmerin und Online-Enthusiastin. Meine Passion ist es, die Zukunft zu gestalten, digital und analog, immer für den Menschen. Wenn du auch Spaß daran hast und wissen willst, wie du das anpacken kannst, dann hör hier rein. Danke, dass du dir die Zeit lässt. Los geht’s.

[00:00:51] Gibt es dann aus deiner Praxis Fälle, wo du sagst, “Mensch, das Digitale belastet den Menschen”. Also, dass die Menschen so das klassische Hamsterrad vor Augen haben. Ist das etwas, was auch jemanden ganz bewusst in Natur führt? Oder ist das zu hypothetisch von mir gedacht?

[00:01:12] Naja, ich glaube, das Digitale macht natürlich schon vieles schneller. Und die vielen visuellen Eindrücke, die man hat, alleine bin ich ja mein Bildschirm sitze und diverse Fenster offen habe und so weiter und von einem zum anderen springe und so. Das ist natürlich anstrengend, und das macht ein bisschen durcheinander im Kopf und hält einen auch im Denken. Und wichtig ist, dass man wieder ins Herz kommt. So gesehen ist das vielleicht schon tatsächlich auch insofern wichtig für die Zukunft. Wenn man das Digitale übertreibt, wenn man zu viel davon hat, dann braucht man das Andere als Ausgleich, um sich mal wieder selbst zu spüren und seine Bedürfnisse zu spüren. Und wirklich eine Zeit nur für sich zu haben, um noch einmal den Kompass auszurichten und zu sagen: Okay, bin ich einfach noch auf dem richtigen Weg, oder wo gehe ich hin? Und dann kann man, wenn man zurückkommt, natürlich wieder loslegen und Gas geben. So ist es ja nicht.

[00:02:11] Absolut. Stimme ich dir vollkommen zu. Ich hab gerade ganz frisch meinen Superkräftekurs gelauncht. Und das sind acht Methoden, so´n Trainingsplan, wie das Digitale zur Superkraft wird. Es ist aber nicht nur das Digitale, sondern es ist auch der Umgang damit und der Umgang mit der eigenen Zeit. Und die Frage: Wie viel Social Media beispielsweise tut mir gut? Ich glaube, das ist eine, die sollten wir uns selber stellen, und zwar regelmäßig. Ich habe gemerkt, es tut mir einfach nicht gut. Die Menge. Also mal in Social Media ist fein. Aber man kann sich da ja auch so unglaublich verlieren. Ich habe das Gefühl, das Hirn schießt auch ständig im Belohnungssystem was los. Wenn man mal hier etwas kommentiert und da geliked hat. So nach dem Motto: Jetzt hast du hier was gemacht. Aber was hat man denn gemacht? Man hat passiv auf etwas reagiert, was irgendwie in einem Strom sich vor einem darstellt. Ich glaube, da selektiv mit der eigenen Zeit und mit dem umzugehen, was man so auf sich einwirken lässt, ist etwas, was wir alle lernen müssen. Also, ich muss das genauso lernen. Man ist da relativ schnell in diesem wie du es beschreibst: so viele Fenster auf, und hier kommt eine Nachricht rein, da kommt eine Nachricht rein. Da kann man sich auch passiv rein begeben, wenn man nicht aufpasst. Und ich glaube, das tut uns nicht gut.

[00:03:28] Die Instagram oder auch Facebook Streams ist, als würde jemand irgendwie nen Eimer über dir auskippen. Das hat ja alles nicht so viel mit dir zu tun. Jedes Bild, jeder Post hat ein anderes Thema.

[00:03:41] Und ist eine Fähigkeit, die wir entwickeln müssen. Ich habe jetzt auch gerade festgestellt Instagram scheint irgendwie die Algorithmen geändert zu haben. Jetzt bekomme ich ganz blöde Vorschläge. Und ich immer so: kein Interesse, kein Interesse. Ich denke dann immer so. Mein Gott, wenn er damit nicht aufhört, dann bin ich aber weg. Faktisch gehört wahrscheinlich schon viel dazu, dass man weg ist. Aber es ist genau so! Der Strom ist nicht von dir gemacht, sondern dein Content ist von dir gemacht. Aber man kann ja unter Umständen viel Zeit damit verbringen, einfach zu konsumieren. Und ich glaube, das ein Stück weit achtsamer, also nicht unbedingt mit Disziplin oder irgendwelchen auferlegten Regeln, sondern achtsam. Was tut mir gut? Ist für den Menschen und für die Seele wichtig. Und dann macht es Spaß.

[00:04:30] Ja, ich bin ja auch manchmal, muss ich sagen, wirklich auch froh, wenn ich jetzt von Leuten, die ich nicht regelmäßig um mich herum habe – man kann ja auch nicht immer telefonieren – sehe: Ach, wo sind die gerade. Ach Mensch, die sind gerade Urlaub oder das macht die als Projekt oder jenes. Oder die zwei kennen sich. Oder irgendwie. Da ein bisschen was mitzukriegen von Anderen, mit dem man nicht ständig in Kontakt ist. Das ist eigentlich ganz schön.

[00:04:53] Aber trotzdem bin ich super neugierig auf deinen Superkräftekurs. Mit den digitalen Helfern sich besser auszukennen und die geschickt einzusetzen, um mehr Zeit zu haben für andere Sachen als das Digitale. Das ist natürlich fantastisch.

[00:05:12] Aber es ist genau so, wie du sagst. Das von anderen etwas mitbekommen, finde ich auch unglaublich wertvoll an Social Media. Ich habe den syrischen Teil meiner Familie über Facebook wiederentdeckt. Weil ich da einfach schon superlange nicht mehr war und wir uns aus den Augen verloren haben. Und ich habe auch schon einige Leute erst auf Social Media kennengelernt und dann im wahren Leben. Und hatte wirklich das Gefühl, man kennt sich schon gut. Und das ist ganz schön. Ich fand es auch sehr schön, als wir uns dann gegenüberstanden auf der Buchmesse. Ich kannte zwar dich nicht persönlich, sondern dein Magazin. Und dann dein Bild auf der ersten Seite im Intro. Aber das ist doch wunderbar, wenn ein Thema dann zusammenfindet. Du zu mir gefunden hast. Und du konntest ja gar nicht wissen, dass ich beim Magazin schon mochte und kannte.

[00:06:02] Und guck, was da jetzt schönes draus geworden ist.

[00:06:04] Absolut. Finde ich sehr, sehr spannend. Ich finde auch deinen Beitrag für die Zukunft in dem Sinne mit dem Magazin super wertvoll. Sehr schön. Ich habe das Gefühl, die Richtung des Magazins, die gibt’s ja sowohl von großen Verlagen als auch von kleineren. Habe ich das Gefühl, das Regal füllt sich immer mehr. Gibt’s eine Kategorie, in die du das einsortieren würdest. Macht der Fachhandel das so?

[00:06:32] Da steht, glaube ich, Frauen und Gesundheit oder so ähnlich. Weiß ich gar nicht. Das ist wirklich schwierig. In welcher Ecke will man da stehen? Möchte ich Happinez stehen oder lieber Psychologie heute?

[00:06:43] So in der Spanne gucke ich auch immer.

[00:06:48] Ja dazwischen irgendwo. Ich finde das Wort schön Mindstyle. Nicht Lifestyle sondern Mindstyle-Magazin.

[00:06:55] Auch schön. Ich glaube, dass so viel wie sich tut in den Märkten, so schnell können die Fachhändler gar nicht die Überschriften ändern. Da ist ja auch echt Bewegung. Was ganz schön ist, zum Leidwesen der großen Verlage. Wir arbeiten auch für große Verlage, und da konnte man natürlich über die letzten Jahre mitbekommen, wie schwer es ist, irgendwie diese großen Titel zu halten. Also auf dem Niveau zu halten, die gibt’s ja großteils noch. Aber das ist natürlich so ein Long Tail-Effekt. Dass immer mehr Spannendes im Long Tail, also kleine Magazine. Das gilt für Musik, für Bücher, für alles eigentlich. Dass da ganz viel passiert. Und natürlich ich als Leser, wenn ich dann am Regal vorbeigehe, ja, dann kaufe ich halt heute das maaS-Magazin und morgen vielleicht die Psychologie heute. Aber die Auflagen der Großen sind entsprechend dann dezimiert, weil man so viel Angebot hat als Konsument. Umso wichtiger, dass du das im Eigenverlag machst, oder? Dass du das vertreibst. Mega. Hochachtung, das ist schon toll. Und das ist ja auch so ein Effekt. Finde ich auch spannend zu hören, ob die Digitalisierung dazu beigetragen hat bei dir. Früher wäre man ja nie auf die Idee gekommen, selbst ein Magazin herauszubringen. Vor 20 Jahren oder so. Da brauchte man große Druckerpressen und überhaupt, ein Riesen-Setup. Hab ich tatsächlich auch in meinem Buch darüber geschrieben. Also, da hab ich mich so ein bisschen reingelesen. Und heute? Bei einem Buch kannst du im Self Publishing veröffentlichen. Weil einfach so viel geht, sei es digitaler Druck, es vergleichsweise günstig macht. Wie ist denn das im Zeitschriftenwesen? Hat das Digitale überhaupt erst ermöglicht, dass du das Heft machst, oder ist es unabhängig?

[00:08:42] Die Arbeitsteilung ist es im Wesentlichen. Ich arbeite mit Grafikern zusammen, die den Satz machen. Und natürlich beauftrage ich eine Druckerei, und natürlich habe ich einen Abo Service. Das sind alles Dinge, die ich auslagern kann, wo ich jetzt nicht unbedingt mir selber einen Verlag aufbauen muss, der all das vorrätig hält. Sondern dass ich das dann bei Bedarf dazu hole, wobei ich natürlich immer sehr gerne langfristig mit Menschen zusammenarbeite und sich das dann auch bewährt.

[00:09:07] Du bist ja dann durchaus auch schon lange in dem Markt, wenn auch in einer ganz anderen Branche. Also wenn du sagst, vorher Apothekerin und da im Fachthema natürlich woanders aufgehangen. Aber wahrscheinlich bist zu dieser Branche insgesamt schon lange verbunden.

[00:09:23] Ja, wenn ich wirklich zurückgehe: Ich habe damals auch schon eine Schülerzeitung mitgemacht und solche Dinge. Das hat irgendwie Spaß gemacht, das Publizieren. Und vor allen Dingen bin ich auch Netzwerkerin. Und ich freue mich einfach, wenn ich in den maaS-Magazinen, so wie jetzt mit dir, nochmal neue Leute kennenlerne. Mal bekannte Namen dabei habe und das so zusammenstellen kann. Dass wir gemeinsam quasi, auch weenn wir nicht an einem Tisch gesessen haben für die Redaktion, aber gemeinsam irgendwie das Thema Wandel jetzt von allen verschiedenen Seiten beleuchten. Und das, was dabei herauskommt, ist so faszinierend. Es ist, wie wenn man auf einem Geburtstag eingeladen ist und es heißt, jeder bringt ein bisschen was mit fürs Buffet.

[00:10:04] Ohne dass man es im Detail abstimmt. Aber man weiß, es braucht eine Vorspeise, eine Hauptspeise, Nachtisch. Und thematisch ist es jetzt der Wandel. Also alles nicht auf einmal.

[00:10:19] Die Menschen, die ich anspreche sind eben auch von ihrer Art her unterschiedlich, ob das jetzt ein Philosoph ist oder ein Arzt ist oder Praktiker. Das ist eben ganz unterschiedlich, und jeder schaut da durch seine persönliche Brille drauf, und das ist so toll, was dabei herauskommt.

[00:10:33] Ja, sehr spannend. Weiter so! Es ist ein Vergnügen, da durchzulesen bei deinem Magazin. Gibt es sonst noch etwas, was dir auf dem Herzen liegst, wo du sagst: zur Gestaltung der Zukunft, da hab ich noch ein Thema auf dem Herzen?

[00:10:52] Ich wünsche mir wirklich sehr, dass bei dem ganzen technologischen Fortschritt, den wir jetzt haben. Und in dem Tempo, in dem wir jetzt unterwegs sind, wir die Gelegenheit nutzen, noch mal stärker nach innen zu gehen. Und da quasi weiter machen, dass wir nicht nur über Fortschritte im Außen nachdenken, sondern über die persönliche Weiterentwicklung nachdenken. Da liegt so ein großer Schatz drin. Klar, weil ich keine Ersatzbefriedigung irgendwo habe, im Außen oder so. Sondern weil ich wirklich das gefunden habe, worum ich hier auf der Welt bin. Was mich zufrieden macht. Und ich wirklich zufrieden bin mit dem, was ich hier mache. Wenn ich meinen Lebenszweck gefunden habe, meinen Daseinszweck. Und den erfüllen kann, so gut es geht. Natürlich gibt es auch immer Höhen und Tiefen. Aber dann bin ich in Frieden und fange keinen Streit an. Wenn man das wirklich überträgt, dann sind wir irgendwann im Weltfrieden.

[00:11:56] Ist so. Ich glaube, wenn wir das als Gesellschaft – wenn jeder Einzelne das für sich und für die Gesellschaft schafft – dann sind wir im Weltfrieden. Auch wenn das riesig groß klingt, ich glaube auch, dass das gelingen kann. Und es ist lustig, dass du sagst, du kannst ja die Superkräfte noch nicht kennen, weil ich die gerade erst fertig gemacht habe. Vor Minuten sozusagen. Es beginnt tatsächlich mit deinem “Wofür”. Was ist dein “Wofür”? Ich glaube, wenn man weiß, wofür man etwas macht, dann ist man einfach unglaublich motiviert und entwickelt von sich aus schonmal Kraft oder Energie, vielleicht doch etwas zu ändern in der Art und Weise, wie man bisher im Digitalen beispielsweise unterwegs war.

[00:12:34] Das ist auch meine größte Kritik am Bildungssystem, was du gerade beschreibst. Ich habe drei Kinder, 10 bis 17 sind die im Moment. Jetzt alle auf der weiterführenden Schule seit diesem Schuljahr. Aber auch schon in der Grundschule: Es wird nur Sachwissen vermittelt. Die klassische Schule vermittelt nur Sachwissen. Die sollen morgens in die Schule, dann den Deckel aufmachen, dann wird da oben Wissen rein geklopft. Das wird zur nächsten Klausur abgefragt. Und beim Großen haben wir da noch nicht so richtig aufgepasst (naja nicht aufgepasst ist vielleicht doof zu sagen). Aber das erste Kind schickste dann zu einer guten Schule. Und das ist auch ein sehr gutes Gymnasium mit etlichen Plexiglasscheiben vorne an der Tür. Also unglaublich viele Auszeichnungen. Sehr sehr gute Schule, aber dann doch auf der Schmalspur unterwegs wenn es darum geht: Was wird denn da vermittelt? Sozialkompetenzen? So gut wie keine. Würden die mir jetzt wahrscheinlich widersprechen? Ist jetzt auch sehr schwarz-weiß. Aber sehr, sehr wenig. Dann sind wir mit den beiden Schwestern vom Großen bewusst an eine andere Schule gegangen. Eine “Schule im Aufbruch”, auch von Gerald Hüther, den du eben schon zitiert hast, mit initiiert. Und das ist so anders, weil da die Potenziale von Anfang an betrachtet werden. Und es ist ein Unterschied, wie Tag und Nacht. Die Mittlere hat gewechselt. Die war erst zwei Jahre auf dem Gymnasium. Dann sind wir von der 6. in die 7. gewechselt, aber kurz vorher die Versetzung gefährdet. Und ein unglaublicher Druck auf dem Kind. Und die Lehrerin an der neuen Schule hat dann erst mal ein halbes Jahr mit der gearbeitet. Den Druck loszuwerden, nicht an Englisch, wo sie schon so schlecht vorher war und gerade so die Versetzung geschafft hat, sondern den Druck bei Englisch loszuwerden. Und dieses Kind ist aufgeblüht. Die ist jetzt in der 10, mit Leichtigkeit. Es ist eine komplett andere Herangehensweise. Deswegen sage ich immer, so lange rede kurzer Sinn: Digitalkompetenzen sind super wichtig, aber die müssen einhergehen mit Sozialkompetenzen. Wir müssen dieses “zu sich finden”, herausfinden, worin ich stark bin, etwas auch selbst mal probieren dürfen. Auch eine Krise, also ein Tal durchlaufen und so. Resilienz lernen, dass es dann auch wieder bergauf geht. Das schafft man nur durchs Erleben. Und ich glaube, wenn wir jetzt auch nur auf Digitale umschwenken würden, was ich super fänd, aber was ein Risiko ist, wenn es dabei bleibt, dann ist das nicht genug. Bildung der Zukunft sieht anders aus aus meiner Sicht. Es ist nur leider nicht in Sicht. Deswegen finde ich es sensationell, was die Schule im Aufbruch da macht. Ich bin sehr dankbar, dass wir in Aachen eine haben und empfehle die auch konsequent an alle. Schick dein Kind dahin. Das sind auch die Arbeitnehmer der Zukunft, die ich mir wünsche. Ich brauch keinen, der die Schule gemacht hat, dann studiert, mit Sachwissen hier ankommt, aber nicht in der Lage ist, etwas Neues zu lernen. Unsere Welt entwickelt sich ständig weiter und das schneller denn je.

[00:15:29] Ich bin gespannt. Ich glaube, da werden wir noch viel sehen. Es ist toll, dass du einen Online-Kurs in deinem Feld addieren wirst. Ich glaube, wir werden noch viel davon brauchen, um unsere menschlichen Kompetenzen in all ihren Facetten weiterzuentwickeln. Groß wie klein. Ich rede jetzt über die Schüler, aber das gilt natürlich für die Großen genauso.

[00:15:47] Genau. Absolut. Viele Probleme, die im Außen sich zeigen, egal, ob das jetzt ein Streit mit der Kollegin ist oder in der Beziehung oder mit dem Chef oder wie auch immer, die kann man im Innern lösen. Die allermeisten haben mit mir zu tun. Mit irgendeinem Ding, was in mir ist. Wenn ich das auflösen kann, dann komme ich mit jedem zurecht. Was mir so gut gefällt, ist ein Segensspruch der Navajo. Der heißt: Walk in Beauty. Schönheit umgibt mich, wohin ich auch gehe. Ich wandele sozusagen in Schönheit, weil ich Schönheit von innen heraus ausstrahle. Weil ich in der Freude bin, weil ich in der Leichtigkeit bin, weil ich in Frieden bin, weil ich im Mitgefühl bin, weil ich andere verstehen kann, weil ich zuhöre, weil ich das Schöne in den Dingen sehe, weil positives Denken dabei ist. Also das gibt es ohne Ende und all das, womit ich mich eigentlich in dem maaS-Magazin beschäftige, dient dazu, am Ende in Schönheit durchs Leben zu gehen.

[00:16:52] Navajo ist ein Indianerstamm?

[00:16:54] Ja, in Nordamerika. Natürlich überall, wo ich hingehe, mit meinem Fuß, wo ich die Erde berühre, auch Schönheit zu hinterlassen. Menschen, mit denen ich dann in Kontakt bin, dort auch Schönheit zu lassen und sie anzustecken, sozusagen.

[00:17:13] Das Spannende wird ja sein. Nicht jeder ist schon darauf gepolt. Ich bin da ganz offen, und ich finde das eine total wichtige Dimension, der wir uns widmen sollten. Nicht jeder ist da schon. So mancher ist so sehr im Faktischen und im Äußeren, in der Rolle vielleicht auch, im Beruflichen. Auf der Sachebene. Dieses nach innen, ohne dass jemand sagt “Ach, esoterisch will ich nichts mehr zu tun haben” die Menschen zu erreichen wird, glaube ich, die Kunst auch der Zukunft sein. Da wird es viele verschiedene Wege geben, was auch gut ist. Es muss ja nicht einen Weg geben für jeden, also “one size fits all”. Aber ich glaube, jeder sollte sich damit beschäftigen, um nicht im Außen und im digitalen Hamsterrad möglicherweise sich selbst ganz zu verlieren. Das Risiko wird größer, würde ich sagen, durch den Takt des Digitalen. Das sehe ich ganz klar. Und das beides gut miteinander zu vereinen, ist eine Riesenherausforderung für die Zukunft. Ich finde es toll, welchen Beitrag leistet.

[00:18:11] Ja, ich glaube, dass das auch mehr und mehr wahrgenommen wird. Weil wir sind ja jetzt auch gerade im Anfang durch die Corona-Zeit den Lockdown. Darin sind wir ja sowas von angehalten worden, aus voller Fahrt irgendwie angehalten worden. Und es gab ja quasi nichts mehr außer uns selbst. Wir konnten nicht mehr rausgehen, wir konnten nicht mehr zur Arbeit gehen. Und waren das erste Mal wieder auf uns selbst zurückgeworfen und mit uns selbst konfrontiert und mit all dem, was da drinnen so vor sich geht und wo man manchmal gar nicht hingucken möchte. Und ich glaube, dass das noch weiter anhält, dass das jetzt ein sehr, sehr starker Impuls war. Aber dass das ein Trend ist, der angefangen ist, der sich auch fortsetzen wird. Und dass wir auch hier und da schon erkannt haben, wie wohltuend das sein kann, wenn man sich mal selber zuhört und sich selber mal fragt: Wie geht’s mir denn heute?

[00:19:04] Dieses Alleinsein ist für Menschen, die alleine sind, glaube ich, sogar richtig schrecklich. Ich habe mehrere Menschen in meinem Freundes-, Bekanntenkreis, die alleine leben, und ich glaube, für die ist die Zeit gerade besonders hart. Es gab hier in Aachen eine unglaublich schöne Aktion der Feuerwehr. Die haben einen Feuerwehrmann, der singen kann. Und dann haben die den Udo Jürgens-Song “Und immer, immer wieder geht die Sonne auf” mit einem großen Chor aufgenommen. Gespielt und schön aufgenommen, mit Autos im Hintergrund. Und sind sie mit allen Feuerwehrautos, die sie zur Verfügung hatten, Berufs- und Freiwillige Feuerwehr, sind die durch die Straßen gefahren und haben dieses Lied ganz laut abgespielt. Für die älteren Menschen. Ich habe Gänsehaut, wenn ich davon erzähle. Ich fahre im Moment immer mit dem Fahrrad zum Büro. Das erste Mal, als ich das hörte, wusste ich gar nicht, was das für eine Aktion ist. Ich dachte, wer hat denn hier so laut den Schlager aufgedreht. Und als ich dann abends in Social Media gesehen habe, was das für eine Aktion ist, dachte ich nur: Wie toll ist das denn? Die sind Tage-, Wochenlang sind die durch die Straßen gefahren und haben die Menschen beschallt. Mit positiver Energie. Ja, sehr toll.

[00:20:25] Da kommt aber das Digitale auch wieder sehr zum Tragen. Wenn ich dann mit anderen in Kontakt sein kann ohne, dass ich sie sehe, über WhatsApp und was auch immer, FaceTime und so, das ist natürlich fantastisch.

[00:20:37] Absolut. Ich glaube die Aktion hat es sogar bis in die Tagesschau geschafft. Die hat dann über Social Media so viel Welle geschlagen, dass die ganze Nation davon hören sollte. Aber das Wichtigste ist, dass man die Menschen erreicht hat. Das digitale, das dann auch einfach was richtig Gutes bewirkt.

[00:20:53] Wir kommen zum Ende, Anita. Was rätst du unseren Zuhörern?

[00:20:58] Zum Thema Chancendenken für die Zukunft. Das hat eigentlich mit dem zu tun, was wir gerade schon gesprochen haben und auch mit dem Thema Natur. Und das halte ich für ein ganz wichtiges Thema. Das ist, der inneren Stimme mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Also wirklich, und das braucht manchmal ein bisschen Übung. Es gibt Leute, die sind da sehr talentiert, die können das gut. Die treffen auch sehr schnelle Entscheidungen oftmals. Und es gibt andere, die sind so hin und hergerissen und stehen immer völlig neben sich. Und grundsätzlich, allen tut es gut, sich auf seine innere Stimme besser verlassen zu können und der mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist gar nicht so schwierig, wirklich seine Sinne zusammen zu nehmen und zu gucken, wie ich jetzt diese wahrnehme. Ich krieg jetzt hier ein Angebot und was passiert mit meinem Gesicht? Huscht mir da ein Lächeln drüber, wie bei dir mit dem Vogelhäuschen? Oder denke ich: Was ist das? Krampft sich da irgendwas zusammen. Wenn man auch irgendwo durch scrollt und irgendwo hängenbleibt und dann das aber auch registriert: Hier passiert jetzt gerade was in meinem Körper. Es fühlt sich leicht an oder ich habe Freude. Ich empfinde Freude, mein Herz hüpft. Solche Sachen, dass man das wirklich kultiviert und übt und trainiert. Und darauf achtet.

[00:22:18] Sehr spannend. Ich habe letzte Woche in einer Runde gelernt, dass es so somatische Zeichen gibt. So haben sie es genannt. Wenn man sich ärgert, beispielsweise, in einer Situation, dass man richtig spüren kann, ob das Blut in die Hände oder in die Füße geht. Also ob du auf Angriff gehen willst weil die Hände das ganze Blut haben. Oder die Füße, dass du weglaufen willst. Ich kann das auch noch nicht besonders gut. Aber allein das Bewusstsein, dass man da jetzt mal nachspüren könnte, finde ich erst einmal sehr, sehr spannend. Ich hoffe, dass ich in der nächsten Situation, wo ich mich ärgere, daran denke. Praktisch so ein Glöckchen, das dann sagt: So Andera, jetzt mal ganz kurz in dich hören und innehalten.

[00:22:59] Ja, und was ganz einfaches ist es auch, auf den Atem zu achten. Halte ich den jetzt an? Kein gutes Zeichen. Oder atme ich tief ein und aus und bin entspannt? So geht mir das. Wenn mir der Atem stockt, dann weiß ich: Das ist jetzt nicht auf dem richtigen Weg. Fühlt sich gerade nicht warm oder so. Auch: Oder bist du jetzt angespannt.

[00:23:23] Diese Achtsamkeit zu trainieren, ist, glaube ich, auch ganz hohe Kunst. Je mehr im Außen passiert, desto herausfordernder. Aber umso wichtiger, dass wir das in der Zukunft für uns erlernen.

[00:23:43] Und vor allem im Miteinander.

[00:23:46] Absolut. So wie wir hier gerade.

[00:23:49] Das geht auch digital.

[00:23:52] Gibt es sonst noch etwas, was du den Zuhörern mitgeben möchtest? Ich werde den Kontakt zu dir, auf jeden Fall zu deiner Seite gerne in die Shownotes rein setzen. Wie man dich findet, wie man vielleicht ein Naturcoaching buchen kann oder sich darüber informieren kann. Gibt es sonst noch etwas?

[00:24:12] Ich wünsche allen Zuhörern, dass wir wirklich gut durch diesen Wandel kommen, der da im vollen Gange ist und dass wir da voller Hoffnung und Vertrauen im Vertrauen bleiben, dass das für uns alle zum Besten sich entwickeln wird. Das ist mir wirklich, wirklich wichtig. Dass wir nicht wie ein Kaninchen auf die Schlange schauen und den einen oder anderen verantwortlich machen. Das ist ja im Moment so ein bisschen schwierig. Gerade was man sagt ist manchmal verkehrt. Also, dass wir einfach gemeinsam positiv nach vorne schauen und gut durch den Wandel kommen. In unserem Kanu, das gerade in einem Wildwasser ist, alle gut an Bord bleiben und keinen verlieren unterwegs. Dann wird das Wasser irgendwann auch wieder ruhiger werden. Wenn wir gut aufeinander achten und aufeinander aufpassen, dann ist das, was uns danach erwartet, einfach wirklich wunder-wunderschön.

[00:25:10] Sehr schön? Ja, absolut. Wünsche ich mir genauso und wenn jeder seinen Beitrag leistet, dann kann das auch richtig gut gelingen. Vielen Dank für das Interview, Anita.

[00:25:24] Ich danke dir für das schöne Gespräch.

[00:25:27] Das war mein Gespräch mit Anita Maas. Wenn etwas für dich dabei war, was du ausprobieren möchtest, dann leg einfach los. Ich freue mich, von dir zu hören, was du probiert hast und wie es gelungen ist. Wenn du deine Superkräfte trainieren willst, dann leg ich für dich auch den Link in die Shownotes, wo du dir kostenlos den Trainingsplan von mir runterladen kannst. Und ich freue mich, dich nächste Woche wieder hier zu begrüßen. Bis dahin.

Werde Chancendenker

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